Unbefristeter Vertrag mit meiner Kreativität

Frau Groka veröffentlichte gestern einen Beitrag über die Einladung zu einer Kreativ – Challenge der Homepage www.Schwellentroll.de

Die Start – Aufgabe besteht darin, einen Vertrag mit seiner Kreativität abzuschließen.

Mein erster Gedanke war: „Hä? geht’s noch? Einen Vertrag mit meiner Krea abschließen?“ – Ich bin dankbar für jede vertragliche Bindung, die ich mir sparen kann (Versicherungen … *speih* )
Aber dann überkam es mich anders ….

Heute, am 7.7.2015, schließe ich einen unbefristeten Vertrag mit meiner Kreativität ab:

  • Ich stehe meiner Krea Tag und Nacht zur Verfügung

  • Die Freizeit beschränkt sich bei beiden Vertragspartnern auf Tiefschlafphasen, Körperaufbaupausen und der Nahrungssuche, inklusive Zubereitungs – und Mahlzeit

  • Die Krea mindert meine Sehnsüchte und füllt mein Herz

  • Eine Minimierung alltäglicher Bedürfnisse und Erwartungen geschieht im gegenseitigen Einvernehmen

  • Die Krea kann ihren Anspruch an die Zeit selbst gestalten; – Tempo, Intensität und Spiritualität eingeschlossen

  • Die malende Krea darf sich exzessivem Farbenrausch hingeben und an Pinseln knabbern

  • Die Krea der schreibenden Zunft darf sich flachem Stil und aalglatten bis knallharten Ausdrucksformen bedienen. Sie darf hedonistisch, avantgardistisch, dadaistisch oder humoristisch wirken; – mystisch und kriminalistisch sowieso.

  • Die handwerkliche Krea darf sich wie gewohnt in den Pausen der anderen Kreas regen; – sträkeln inbegriffen

  • Die Krea wird mit Musik und Filmen nach Laune belohnt

  • Keiner der Vertragspartner muss ein Pferd stemmen!

Unterzeichnet: Srammy + Krea – beide schwimmend im gleichen Fluß

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Ich kann kein Pferd stemmen

Meine Romanfigur „Jahme“ ist Vegetarierin, Nichtraucherin und lebt im Wald.

Bevor ich den Roman veröffentlicht habe, sagte ich zu meiner Mutter: „Ich bin mir unsicher, ob ich das Buch wirklich drucken lassen soll, ich kann nicht mehr hinter allem stehen, das ich geschrieben habe.“

Darauf erwiderte mein Mütterlein: „Du brauchst auch niemanden umzubringen, um einen Krimi zu schreiben!“

Im Laufe der Jahre wurde ich aber oft von meinen Lesern gefragt, warum ich weder Nichtraucherin, noch Vegetarierin bin und wo ich denn im Wald gelebt habe …

Ich mag diese Kisten nicht, in denen man 100 % geben muss, um dazu zu gehören; – wo es „Hopp oder Top“ heißt, weil alles andere als Doppelmoral ausgelegt und angefeindet wird.

Auch darf ich meine eigene Meinung und Einstellung ändern, wann immer mein Sinn sich in eine andere Richtung neigen möchte.

Niemand hat von Astrid Lindgren erwartet, dass sie ein Pferd stemmen kann …