Farben in der Kunst

So wie ein Wort erst im Zusammenhang mit anderen Worten seine eindeutige Bedeutung erhält, genauso erhalten die einzelnen Farben erst im Zusammenhang mit andern Farben ihren eindeutigen Ausdruck und genauen Sinn.“
Zitat: Johannes Itten

Der Physiker Isaak Newton hat 1676 im Experiment gezeigt, dass Sonnenlicht mit Hilfe eines dreikantigen Prismas in die Farben des Spektrums zerlegt werden kann. In diesem Spektrum sind alle Hauptfarben enthalten.

Zwei Lichtarten, die zusammengemischt weiß ergeben, werden Komplementärfarben genannt. Jede Spektralfarbe ist komplementär zur Mischfarbe aus allen anderen Spektralfarben.

Farben bestehen aus Lichtquellen besonderer elektro-magnetischer Energie.

Alles auf dieser Welt erscheint ohne Licht schwarz. Farben machen uns deutlich, wie wichtig Licht für das Wirken dieser Welt ist.

Bestimmte Farbzusammenspiele können positiv, harmonisch, warm oder aufbauend wirken, während andere negativ, kalt, disharmonisch oder erdrückend ausstrahlen. Farben können nah oder fern wirken. Das Empfinden hierfür ist von der Persönlichkeit des Betrachters abhängig.

Wer kreativ tätig wird, folgt intuitiven Empfindungen bei der Auswahl der Farben.

Je mehr man über die psychisch-expressive Werte der Farben nachdenkt, umso geheimnisvoller werden sie.

Jede Farbe kann sich in fünf Richtungen verändern:

  1. Farbcharakter
  2. Helligkeit
  3. Sättigungsgrad
  4. Mengenverhältnis und Flächengröße
  5. Kontrastwirkungen

Ein Beispiel für expressive Farbwirkungen stellen Werke von Konrad Wirtz (1410-1445) dar. Francesca (1452-1492) malte scharf umrissene Persönlichkeiten mit expressiven und komplementären Farben im Gleichgewicht.

Leonardo da Vinci (1452-1519)lehnte starke Farben ab und malte mit extrem feinen Farbkontrasten.

Tizian (1477-1576) isolierte einheitliche Farbflächen.

Grünewald (1475-1528) setzte starke Farben gegeneinander.

Rembrandt (1606-1669) gilt als Repräsentant der Hell-Dunkel-Malerei.

Philipp Otto Runge(1777-1810) verwendete Fasern als psychisch-expressive Darstellungsmittel.

Die Neo-Impressionisten lösten die Farbflächen in einzelne Farbpunkte ab.

Kubisten (wie Picasso, Braque und Gris) benutzten Farben nur als Kontrastmittel und legten den Hauptschwerpunkt auf die Formen.

Surrealisten (wie Dali und Max Ernst) verwendeten Farben als Ausdrucksmittel um Unwirkliches zu realisieren.

Es herrschen drei Betrachtungsweisen für Farbmalereien vor:

  1. sinnlich optisch = impressiv
  2. psychisch = expressiv
  3. intellektuell-symbolisch = konstruktiv

Über die einzelnen Farben in der Kunst

Farben wirken aufeinander.

Ein gelber Fleck auf weißem Hintergrund wirkt größer als auf schwarzem. Ein roter Fleck wirkt auf weiß kleiner als auf schwarz.

Aus den drei Farben der 1. Ordnung (rot, blau und gelb), können zwölf Grundfarben gemischt werden.

Rot und gelb ergibt orange. Es erscheint wie stolzes Selbstbewusstsein, vermittelt Macht und Wissen.

Rot und blau mischt sich zu violett. Es vermittelt Liebe, Glaube, Frömmigkeit und Gefühlsbetontheit.

Gelb und blau ergibt grün, und steht für Wissen, Glauben und Mitgefühl.

GELB

Gelb ist die lichtvollste aller Farben. Sie verliert diesen Charakter aber in Verbindung mit grau, schwarz oder violett.

Es wird mit dem Licht- und Sonnenreich in Verbindung gebracht, steht für Erleuchtung, Erhellung und Wahrheit. Getrübtes Gelb steht für Lügen, Neid, Verrat, Zweifel und Verirrungen.

Wird gelb auf rosa gemalt, geht die Strahlkraft von gelb unter.

Malen wir gelb auf orange unterstützen sich beide Farben in ihrem attraktiven Strahlen.

Gelb auf dunkelgrün harmonisiert, aber gelb strahlt stärker.

Violett und gelb wirken zusammen hart und unerbittlich.

Auf mittelhellem blau wirkt gelb fremd und abweisend und strahlt kühl.

Mittelblau verschluckt gelb und lässt es träge erscheinen.

Gelb wirkt auf rot unterstützend; beide Farben strahlen gemeinsam Aktivität, Durchsetzung und Dominanz aus.

Gelb auf weiß wirkt dunkel, das Gelb wird verdrängt und verliert an Ausstrahlung.

Wird gelb auf schwarz gemalt erhält es die intensivste, hellste und aggressivste Leuchtkraft, es wirkt scharf, kompromisslos und abstrakt.

ROT

Rot ist eine empfindliche Farbe, schlägt leicht in orange oder violett um. Es regt körperliche Aktivitäten an, steht mit dem Blut in Verbindung, wirkt aber geistig passiv. Rot ist eine kämpferische Farbe und steht in Verbindung zum Mars. Sein Charakter ist feurig und warm. Reines rot steht für vergeistigte Liebe. Purpurrot verbindet weltliche und geistige Macht.

Rotorange auf orange wirkt brandig, dunkel, ohne lebendige Kraft, und wie ausgedörrt.

Rot auf dunkelbraun spendet eine trockene Wärme.

Auf schwarz entfaltet rot seine ganze Farbintensität und entwickelt unbesiegbare Leidenschaft.

Rot wirkt auf grün wie ein frecher, hitziger Eindringling, ordinär und laut, und symbolisiert materielle Kraft und Mitgefühl.

Auf grünblau vermittelt rot ein Gefühl wie aufpeitschendes Feuer.

Rot in Kombination mit anderen Rottönen entwickelt eine lebendige, stechende Gegenwehr.

BLAU

Blau wirkt geistig anregend, sonst aber eher passiv. Es wirkt kalt, ruhig und dunkel, introvertiert und in sich gezogen. Blau steht in Verbindung mit den Nerven, dem Glauben, dem Geist, dem Seelenhaften, dem Übersinnlichen und der Hellsichtigkeit. Bei den Chinesen steht blau für die Unendlichkeit. Trübes blau symbolisiert Furcht, Verlorenheit und Trauer.

Blau wirkt auf gelb dunkel und ohne Kraft, – der Verstand regiert, der Glaube geht unter.

Auf schwarz verteilt blau seine helle, klare und reine Kraft.

Blau auf lila wirkt zurückgezogen, leer und kraftlos. Je intensiver das lila, desto schwächer das blau.

Dunkelbraun und blau animieren sich in aufregendem und zitterndem Ausstrahlen.

Auf rotorange erhält blau ein starkes Leuchten und behauptet sich.

Blau auf sattem grün erstickt, wenn es nicht mit einem Rotstich ausweicht.

Blau auf orange symbolisiert demütigen Glauben und stolzes Selbstbewusstsein.

GRÜN

Der Ausdruckscharakter ist abhängig von der Farbstärke von gelb und blau. Grün ist eine Farbe 2. Ordnung. Mit grün werden Fruchtbarkeit, Geheimnisvolles, Befriedigung, Ruhe und Hoffnung verbunden. Es vereint Wissen und Glauben. Gelbgrün steht für Jugendlichkeit, Frische und Frühling. Durch blaugrün wird der geistige Impuls erhöht.

Grün auf grauem Hintergrund vermittelt Trägheit, Faulheit und Lahmheit.

Gelbgrün in orange steht für hohe Aktivität mit einem leicht ordinären Zug.

Blaugrün in Eisblau symbolisiert kalte, heftige Aggressivität und packende Kraft.

ORANGE

Orange besitzt eine große strahlende Aktivität, und eine warme, aktive Energie.

Orange in weiß vermittelt festliche Fröhlichkeit und Freude.

Seine Aussagekraft verliert orange in schwarz, diese Kombination wirkt stumpf.

Orange in mittelbraun symbolisiert gediegene Freundlichkeit und eine wohltuende Atmosphäre.

VIOLETT

Violett steht für Unbewusstes, Erhabenheit, Geheimnisse und Einsamkeit. Es wirkt drohend und beeindruckend. Violett vermittelt Frömmigkeit und Aberglaube. Dunkelviolett wird mit Tod und Finsternis verbunden. Blauviolett hingegen symbolisiert Hingabe, spirituelle Liebe und Zärtlichkeit. Rotviolett wird mit geistiger Herrschaft und Liebe, mit keimenden Energien verbunden.

Violett in gelb vermittelt lichtvolles Wissen, wirkt gefühlsbetont und fromm.

Buchtipp: Johannes Itten, Kunst der Farbe, Otto Meier Verlag Ravensburg

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