Ohne Freude kann keiner leben

Eine Europäerin lebte einige Zeit in China.
Im Frühjahr war sie in Shanghai eingetroffen; die Hitze war mörderisch,
der Geruch der Kanäle kaum auszuhalten, und überall roch es nach Sojabohnenöl.
In dieser fremden Welt fühlte sie sich verloren.
Sie merkte auf einmal: da war keiner,
der sich um sie kümmerte, der sie einmal gefragt hätte, wie ihr zumute wäre.
Es ergab sich, dass sie für einige Tage bei einer europäischen Familie leben durfte,
die chinesisches Personal hatte.
Der oberste der Diener war der Koch, Ta-tse-fu, der große Herr der Küche!
Eines Abends, als sie wieder einmal total verweint in ihrem Zimmer saß,
überreichte ihr Ta-tse-fu ein Geschenk!
Es war eine chinesische Kupfermünze mit einem Loch in der Mitte.
Durch das Loch waren viele bunte Wollfäden gezogen, und zu einem Zopf geflochten.
Er erklärte ihr, dass jeder Wollfaden eine Stunde Glück bedeute,
und dass er sie bei seiner Familie und den anderen Angestellten gesammelt hätte;
jeder hatte ihr so eine Stunde seines Glückes geschenkt!
Von diesem Tag an fühlte sie sich in China zu Hause!
Als sie eines Tages jemanden traf,
der viel übler dran war,
als sie selbst,
nahm sie einen Wollfaden,
knüpfte ihn zu den anderen
und gab die Münze weiter.

Verfasser unbekannt

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